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Dienstag, den 16. Februar 2010 um 08:00

Weshalb ein solches Abenteuer?

Sandra stösst ihr Fahrrad mit Gepäckanhänger auf einem Waldweg im französischen Jura

Zwei Anhänger an zwei Liegefahrrädern verbunden. In unserem Gepäck ein Zelt, ein Kocher und unsere Kleidung für alle Wetter. Eines ist uns Gewiss: Unsere seltsame familiale Karawane wird auf ihrem Weg manche Begegnungen hervorrufen.

Unser ursprünglicher Plan war es, mit einem Wohnmobil von Genf nach Vietnam zu fahren, um dann dort als Ärzte zu arbeiten. Dann flogen wir mit unserem 5 Monate alten Manu nach Vietnam und radelten von Hanoi aus ein erstes Mal zu seinem Ahnendorf. Diese Art zu Reisen erwies sich als weniger anspruchsvoll, als wir es uns vorgestellt hatten. Wir waren in der Lage mit unserem Kind Schritt zu halten und es fühlte sich in dieser Umgebung geborgen.

Manu und die alte Dame in seinem Ahnendorf im Norden Vietnams

Als unser zweiter Sohn Leeroy 8 Monate alt war, besuchten wir alle vier mit den Fahrrädern Usbekistan an der Seidenstraße. Diese Reise war ein einmonatiger Test, mit einer täglichen Distanz von 60 km und vorwiegend Aufenthalten an Orten ohne touristische Infrastruktur. Überraschende Freundschaften und die Anteilnahme am täglichen Leben unserer Gastfamilien luden uns ein anders zu reisen.

Wir und unsere Gastfamilie in Dashtabad, Usbekistan

Die Entscheidung fiel nach dieser zweiten Asien-Reise: wir würden während zwei Jahren auf der Seidenstrasse nach Vietnam radeln.

Seither ist unsere Familie mit der Geburt unseres letzten Kindes Ella weiter gewachsen. Zu Beginn der Reise wird sie beinahe 4 Monate alt sein. Wir werden mit der Durchquerung der Schweiz bis zur Donau beginnen und dieser bis zum Schwarzen Meer entlangradeln. Ein 3000 km langes antrainieren, sanft, auf signalisierter Strecke.

Warum nach Vietnam? Wir haben bis heute noch nicht alle Antworten. Die Reise kommt häufig ohne Grund aus und genügt sich selbst. Es ist die gewünschte Rückkehr eines Sohnes in seine Heimat, 40 Jahre nach der ersten Reise seines Vaters in die entgegengesetzte Richtung. Diese Weise zu reisen ist vielleicht ein Mittel, sich seine Geschichte anzueignen und als besserer Mensch heimzukehren.

Sandra mit unserem Anhänger mit den beiden Buben und den Fahrrädern auf dem Furkapass auf 2436m Höhe, Schweiz

In dem Wunsch, diese Erfahrung mit unserem Umfeld zu teilen, werden wir diesen Reiseblog beleben. Ein Zeuge der Perspektive einer Frau und eines Mannes, beides Schauspieler und Beobachter eines außergewöhnlichen Abenteuers.

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