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Mittwoch, den 11. Februar 2009 um 23:19

Die Hochzeitsreise

Wir wurden am 6. September 2003 vor Gott, unseren Familien und unseren Freunden vereint. Heiraten ist wieder Mode, sagt man, mit der 70er Jahren-Generation. Ehe, Familie und Tradition. Wir waren damals seit 3 Jahren zusammen, nachdem wir uns während unseres Medizinstudiums an der Uni getroffen hatten. Eine klassische, banale Geschichte. Wir liebten alte Sachen, die schon ein anderes Leben hinter sich hatten, auf Flohmärkten bummeln und verhandeln. Dann der erste Job nach dem Diplom, ich als Assistentin in einer Klinik, Patrick in der Forschung. Die Wochenenden am Feiern, als wären wir noch Studenten. Dann die ersten Wanderungen, geschickt verhandelt, um meinen Mann aus den endlosen Feiern des Samstags zu reissen und unsere Sonntage nicht mehr im Bett verbringen zu müssen.

Und die Hochzeitsreise? Sie ist im Dezember 2003 verschwommen, und hat einen anderen Namen genommen, versunken in der Unruhe einer Familienexpedition in Madagaskar, umringt von meinem Bruder, meinen Schwestern, meiner Mutter, meinem Stiefvater und unserem Trauzeugen. Hochzeitsreise in Form eines Übergangsrituals, da die Ehefrau teilweise noch die Tochter ihrer Mutter und noch nicht ganz die Frau ihres Mannes war.

200312-madagascar-001Sandra en Voilier à Madagascar

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Diese Hochzeitsreise hatte mir einen unvollendeten Eindruck hinterlassen. Das war ein guter Vorwand, um irgendwann die Hochzeitsreise wieder auf den Tisch zu bringen um dieses Mal ein richtiges Abenteuer zu erleben.

Heute bin ich 36 Jahre alt. Damals, als ich mit Patrick Bekanntschaft machte, war ich 26. Bei der Eheschliessung 30. Und 33, bzw. 34 als meine zwei Söhne, Manu und Leeroy, das Licht der Welt erblickten. Ich bin Psychiater und Psychotherapeut. Meine Rolle ist es auch, „Sinn“ zu geben.

In neun Monaten soll es losgehen. Schon in neun Monaten… und mein Mann Patrick ist der Meinung, ich sei noch nicht bereit. Stimmt wohl auch. Er kümmert sich um den materiellen Aspekt, die Logistik, die Homepage… und ich stehe da wie eine Verlobte, die der Hochzeit zugestimmt, aber noch keine Ahnung vom Datum hat.

Und das obwohl unsere Abreise unseren Familien, Freunden, Arbeitskollegen sowie Arbeitgeber angekündigt ist.

Aber ich denke vor allem an unsere Rückkehr in 21 Monaten in einem anderen Kanton, weiter von meiner Familie entfernt, näher an Patricks Familie. Ich denke an meine unterbrochene Karriere, ein paar Monate vor Ende der Ausbildung.  An die Reise an sich im engen Familienkreis, mit unseren Kindern. Ich bedenke die Kälte und den nächsten Winter wenn wir mit Velo, Sack und Pack Richtung Osten fahren werden. Ich denke an ‚Revolutionary Road‘, die Geschichte eines Paars welches im Sumpf der gesellschaftliche Übereinstimmung verschwindet und ich träume von meinem süssen Komfort. Ich denke an meine mütterliche Verantwortung, an unsere Verantwortung als Eltern und befürchte den falschen Weg einzuschlagen.

Diese Reise hat mehrere Gesichter. Sie ist nicht nur eine Hochzeitsreise. In ihrem intimsten Aspekt ist sie das Projekt eines dreist freien Paares, das sich trotz zweier Kinder verwirklicht, andererseits für die zwei Kinder, weil das eine einzigartige Möglichkeit ist, diese Jahre, in denen sie uns so sehr brauchen, mit ihnen zu verbringen. Manu wird unmittelbar nach unserer Rückkehr die erste Klasse besuchen.

Es ist ein Projekt, das ich aus Liebe zu meinem Mann akzeptiert habe. Nicht im Sinne eines Opfers, aber eher in den sehr starken Willen, dass unsere Ehe gelingt, indem man sich den Luxus einer 21-monatigen Hochzeitsreise erlaubt.


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